„Aus für das Postverteilzentrum? Zwettl drohen Job- und Einnahmenverluste, aber auch Chancen für die Zukunft“
Der Bürgermeister von Neumarkt freut sich verständlicherweise bereits über die geplante Ansiedlung einer neuen regionalen Post-Zustellbasis. Rund 100 Arbeitsplätze sollen dort entstehen und seine Gemeinde kann mit zusätzlichen Kommunalsteuereinnahmen rechnen.
Für uns in Zwettl stellt sich die Situation allerdings anders dar.
Mit der geplanten Verlagerung des Post-Verteilzentrums nach Neumarkt sollen zahlreiche Zustellerinnen und Zusteller künftig von dort aus ihren Dienst antreten. Damit verliert unsere Region wertvolle Arbeitsplätze, darunter auch viele attraktive Teilzeitarbeitsplätze mit kurzen Anfahrtswegen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus Zwettl und Umgebung.
Doch nicht nur die Arbeitsplätze sind betroffen. Auch unserer Gemeinde drohen Einnahmenverluste. Nach ersten Schätzungen könnten jährlich zwischen 25.000 und 30.000 Euro an Kommunalsteuer wegfallen. Dazu kommen weitere wirtschaftliche Auswirkungen für örtliche Betriebe, etwa durch geringere Jausen-, Einkaufs- und Dienstleistungsumsätze.
„Für uns heißt es jetzt rasch handeln und einen drohenden Leerstand verhindern. Den Umzug des Verteilzentrums werden wir wohl kaum mehr stoppen können“, so Herbert Enzenhofer.
Umso wichtiger ist es nun, nach vorne zu blicken und die möglichen Chancen zu nutzen. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit, die freiwerdende Halle rasch wieder mit neuem Leben zu füllen.
Denkbar wäre die Ansiedlung eines neuen Betriebes oder
sogar eines dringend benötigten Nahversorgers für die Region.
Wir fordern daher rasche Gespräche aller Fraktionen sowie vor allem umfassende Informationen seitens der Post und der Gemeinde. Es kann nicht sein, dass Betroffene und die Bevölkerung wichtige Informationen nur über Umwege, Gerüchte oder aus Nachbargemeinden erfahren.
„Jetzt braucht es Transparenz, Zusammenarbeit und einen klaren Zukunftsplan für den Standort Zwettl. Gemeinsam müssen wir dafür sorgen, dass aus einer schwierigen Situation eine neue Chance für unsere Gemeinde entsteht“, so Herbert Enzenhofer.