Verpasste Chance für Zwettl an der Rodl – doch kein ORF-DOK1-Bericht
Die bekannte ORF-DOK1-Reihe mit Lisa Gadenstätter und Hanno Settele wollte in einer ihrer nächsten Sendungen ein Thema beleuchten, das viele Gemeinden betrifft: Wie wirkt sich der Spardruck auf das Leben der Menschen in Abgangsgemeinden aus?
Auch Zwettl an der Rodl war angefragt – eine großartige Gelegenheit, die Realität unserer Bürgerinnen und Bürger sichtbar zu machen. Die Sendung sollte authentisch aus Sicht der Bevölkerung berichten, nicht über Parteipolitik oder Wahlkampf.
Doch leider wird es keinen Beitrag aus Zwettl geben. Der Bürgermeister hat eine Mitwirkung abgelehnt und damit quasi die Dreharbeiten untersagt. „Das enttäuscht uns sehr. Damit geht eine wertvolle Chance verloren, die Sorgen und Herausforderungen kleiner Gemeinden einem breiten Publikum zu zeigen“, so Herbert Enzenhofer.
Die Anfrage des ORF bezog sich nicht auf vergangene Projekte, sondern auf die laufende finanzielle Situation, die uns alle betrifft. Trotz Förderungen für Investitionen bleibt der laufende Betrieb jedes Jahr defizitär. Wir stehen unter der ständigen Aufsicht der Bezirkshauptmannschaft, Zwischenfinanzierungen sind kaum möglich, und die Abgaben steigen überproportional. Der Handlungsspielraum des Gemeinderats ist durch die finanzielle Lage stark eingeschränkt – eine Entwicklung, die demokratiepolitisch Fragen aufwirft.
Hinzu kommt, dass Bewohnerinnen und Bewohner von Abgangsgemeinden sogar höhere Mindestgebühren beim Kanal zahlen als andere Oberösterreicher, was viele als ungerecht empfinden.
Die DOK1-Sendung wollte zeigen, wie sich diese strukturellen Probleme auf die Menschen auswirken. Es wäre eine Chance gewesen, die Stimme der Bevölkerung zu hören – nicht die der Politik. Wir finden es schade, dass diese Möglichkeit verhindert wurde. Denn es geht nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Transparenz und Verständnis für die Herausforderungen, vor denen Gemeinden wie Zwettl an der Rodl stehen.
Wir werden weiterhin alles daransetzen, diese Themen sichtbar zu machen – für mehr Fairness und Handlungsspielraum in den Gemeinden.