Unterbezahlung in Kinderbetreuungseinrichtungen
Bisher gab es in privaten Kinderbetreuungseinrichtungen in Oberösterreich noch nie einen Warnstreik. „Wir stellen uns dieser Herausforderung, um angemessene Arbeitsbedingungen in Kinderbetreuungseinrichtungen der (Pfarr-)Caritas in Oberösterreich zu schaffen. Wir werden auf die ungerechte Entlohnung der Beschäftigten aufmerksam machen und ihre Interessen durchsetzen“, ist der Regionalgeschäftsführer der GPA-djp OÖ, Andreas Stangl, entschlossen.
Nach wie vor werden PädagogInnen in Kinderbetreuungseinrichtungen der (Pfarr-)Caritas um bis zu 134 Euro monatlich unter dem für private Kinderbetreuungseinrichtungen gültigen Mindestlohntarif bezahlt. Hilfskräfte haben zwar eine erste entgeltliche Verbesserung in Form einer Zulage erhalten, verdienen jedoch noch immer um bis zu 190 Euro weniger als ihre KollegInnen in Kinderbetreuungseinrichtungen der Gemeinden.
„Es ist ein Skandal, dass sich Kirche und Caritas hinter dem Konkordat von 1933 verstecken und diesen Konflikt auf dem Rücken der Beschäftigten, noch dazu fast ausschließlich Frauen, austragen“, so Stangl weiter.
Bereits seit einem Jahr fordern Betriebsrat und Gewerkschaft von der Geschäftsleitung der Caritas und Pfarrcaritas eine gerechte Entlohnung der Beschäftigten in Kinderbetreuungseinrichtungen.
Zahlreiche öffentliche Proteste, unter anderem eine Demonstration vor dem Bischofssitz in Linz, im vergangenen Herbst blieben ungehört.
„Die logische Konsequenz ist nun, einen Schritt weiterzugehen und einen Warnstreik abzuhalten, denn wer nicht hören will, ist für die Konsequenzen verantwortlich“, so Stangl.
Der Zwettler Pfarrcaritas Kindergarten hat sich in einer geheimen Abstimmung unter den Mitarbeiterinnen einstimmig für den Warnstreik am 3. und 4. April 2013 ausgesprochen und wird seine Tore schließen.
Der Zwettler SP-Vorsitzende Ing. Herbert Enzenhofer begrüßt die Teilnahme des Zwettler Pfarrcaritas Kindergartens am Warnstreik, denn es kann nicht sein, dass immer nur auf dem Rücken der Schwächeren und hier vor allem der Frauen gespart wird!